Therapie der Epilepsien

Die Therapie der Epilepsien erfolgt fast immer medikamentös.

Wichtig für die Therapie ist die genaue Kenntnis der vorliegenden Anfallsform, da sich an dieser die gewählte Substanz ausrichtet. Die Dosierung der Medikamente muss individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Ziel ist es, Anfallsfreiheit bei möglichst wenig Nebenwirkung der Medikamente zu erzielen.

Medikamentöse Therapie der Epilepsie

Zur Wahl des geeigneten Medikamentes ist vor allem die Kenntnis der Anfallform notwendig.

Man unterscheidet Antiepileptika gegen generalisierte und gegen fokale Anfälle.

Innerhalb der Gruppen werden Medikamente erster und weiterer Wahl unterschieden. Als erstes werden Medikamente eingesetzt, deren Wirkung gut bekannt ist, die möglichst wenig Nebenwirkungen haben und Erfolg versprechen.
In zweiter Reihe stehen die Medikamente, die bei Versagen der Mittel der ersten Wahl eingesetzt werden. Durch diese können in ca 30% der vorher erfolglosen Therapien noch Anfallfreiheit erreicht werden.

Therapiemöglichkeiten der Epilepsie

50 - 70% der Betroffenen haben eine Remission über 2-5 Jahre
20% erzielen eine Besserung durch antiepileptische Therapie

Noch immer sind ca 20% schwer behandelbar. Also 80 /100 000 Menschen haben eine schwer behandelbare Epilepsie

Therapiefindung

Die Phase der Therapiefindung kann eine deutliche Belastung für das Kind und seine Familie darstellen. Gerade bei komplizierten Epilepsien, bei denen nicht sofort Anfallfreiheit erreicht wird, kommt es zu einem Wechselbad der Gefühle. Hoffnung auf das neue Medikament ist gepaart mit der Furcht vor Versagen und Nebenwirkungen. Zeitweise kann es auch zu einer Leistungsminderung kommen, wenn z.B. die optimale Dosis noch nicht gefunden wurde. Dies ist z.T. in Schriftbildveränderungen sichtbar, teilweise kommt es auch zu Verhaltensänderungen des Kindes. Pädagogisch ist darauf zu achten, dass die Verhaltensweisen adäquat beachtet werden, d.h. dass weder ein zu großer sekundärer Krankheitsgewinn durch völlige Entlastung entsteht, noch ein zu großer Druck durch Disziplinierung.