Sozialmedizinische Aspekte der Epilepsie

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung und begleitet daher den Betroffenen über Jahre, teilweise sogar über das ganze Leben.

Das Leben mit Epilepsie ist anders als ein Leben ohne Epilepsie. So benötigen Betroffene einerseits Verständnis und Rücksichtnahme, andererseits sollten gerade Kinder auch auf ein Leben ohne Epilepsie vorbereitet werden. Hierbei ist nicht das Versprechen wenn Du gesund bist, kannst Du... gemeint, sondern die Einübung von Fähigkeiten, die der gesunde Erwachsene später benötigt. Es ist wichtig, dass die Krankheit nicht Schutzfunktion vor Beanspruchung im Leben bekommt.

Aufklärung tut Not

Die Aufklärung der Umgebung des Kindes ist für die erfolgreiche Integration unbedingt erforderlich. Häufig ist es jedoch günstig, wenn nicht der Betroffene oder ihm Nahestehende diese Aufklärung übernehmen, da ihnen ein Eigeninteresse unterstellt werden kann. Hier bieten u.a. Selbsthilfegruppen Unterstützung an.

Der e.b.e. führt (gegen Aufwandsentschädigung und ggf. eine freiwillige Spende) Schulungen auch vor Ort durch. So kann z.B. ein Vortrag in der Schule oder dem Kindergarten den Betreuern Ängste nehmen und die Akzeptanz des betroffenen Kindes erhöhen. Im Erfahrungsaustausch mit anderes Eltern können diese das Krankheitsbild besser verstehen und ihr eigenes Erziehungsverhalten reflektieren.

Soziale Integration und Rehabilitation

Studien belegen, dass nicht die Anfälle zu Berufsunfähigkeit führen, sondern die sozialen Folgen. Psychische Begleiterkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten, gleich welcher Ursache, sind Gründe für eine mangelnde soziale Integration.

Kaum eine andere Erkrankung mindert das Selbstwertgefühl des Betroffenen so sehr wie eine Epilepsie. Dieses wiederum wird durch die Reaktion des Umfeldes auf einen erlebten Anfall beeinflusst.

Minderung der Erwerbsfähigkeit

Die Epilepsie ist eine anerkannte Behinderung. Der Patient hat daher einen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis.