Jeder kann helfen!

Viele Menschen haben Angst, bei der Ersten Hilfe Fehler zu machen. Dies ist im Falle des epileptischen Anfalls kaum möglich. Wichtig ist, bei dem Betroffenen zu bleiben bis er wieder bei Bewusstsein ist. Was zu tun ist, um weitere Unfälle zu vermeiden, sagt eigentlich der gesunde Menschenverstand.

Für alle Anfälle gilt:

  • Ruhe bewahren
  • Anfall möglichst gut protokollieren
    • Auslöser? Situation aus der der Anfall auftrat? Uhrzeit
    • Beginn des Anfalls: Aura? Einseitig?
    • Verlauf des Anfalls
    • Ende des Anfalls: plötzlich? Reorientierung?
  • Zeit nach Möglichkeit mit der Uhr stoppen

Erste Hilfe bei Anfällen

Das Erleben eines Kranpfanfalls löst beim Betrachter häufig Schock und Entsetzen aus. Es werden häufig Maßnhmen ergriffen, die im günstigen Fall nur unnütz, im ungünstigen Fall jedoch verletzend und schädigend sind. Kenntnisse zum Verhalten bei einem cerebralen Krampfanfall sind daher für jeden wichtig, insbesondere für Personen, die Sorge für andere tragen, wie z.B. Pädagogen.

Das Erleben von Krampfanfällen im Unterricht oder im Kindergarten dürfte eher ein seltenes Ereignis darstellen. Die notwendigen Maßnahmen ergeben sich aus dem Anfallsablauf.

Hilfen beim Grand mal

Der Grand mal Anfall „appelliert“ am meisten zur Hilfeleistung. Normaler Weise sind jedoch keine größeren Maßnahmen notwendig:

Die tonische Phase ist oft zu kurz, um überhaupt einzugreifen. Bei vorhandener Aura kann man das Kind u.U. prophylaktisch hinlegen.

In der klonischen Phase sollte man lediglich alle gefährlichen Gegenstände außer Reichweite bringen. Also:

  • Weg vom Heizkörper
  • Stühle und Tische entfernen
  • Kleidung lockern
  • Weiche Unterlage unter Kopf
  • Bewegungen vorsichtig so steuern, dass sich das Kind z.B. nicht selbst schlägt
  • Bei Nachlassen der Kloni in die stabile Seitenlage nach links bringen

Keinesfalls sollte man

  • Gegenstände in den Mund stecken, um einen Zungenbiss zu vermeiden
  • Zuckende Gliedmaßen festhalten
  • Versuchen den Mund zu öffnen um zu beatmen
  • Stimulationen versuchen wie Tauchen in kaltes Wasser, Schläge etc.