Epilepsie und Schule

Schule hat wesentlichen Anteil an der Integration heranwachsender Menschen in die Gesellschaft. Der Umgang mit Behinderung in der Schule prägt die Einstellung der künftigen Gesellschaft zu Behinderung und gesellschaftlicher Rolle.

Da Epilepsie durch pädagogische Maßnahmen nicht zu beeinflussen ist, sondern eine rein medizinische Therapie erfordert, sollten alle Kinder mit Epilepsie entsprechend der individuellen Begabung gefördert werden. Dies bedeutet, daß Kinder mit Epilepsie an allen Schulformen zu finden sein werden.

Kein geistiger Abbau durch Epilepsie

Auch bei wiederholten großen Anfällen kommt es in der Regel nicht zu einem geistigen Abbau. Wenn geistiger Abbau und Epilepsie bei einem Patienten zusammentreffen, ist dies in diesen (seltenen) Fällen Ausdruck der Hirnerkrankung, die Grundlage der Epilepsie und auch des geistigen Abbaus ist. Jedes Kind sollte daher in die Schulform integriert werden, die seinem geistigen Vermögen entspricht. Kinder mit Epilepsie sind zu Recht in allen Schulformen anzutreffen. Eine Sonderrolle sollte ihnen nur im unbedingt erforderlichen Ausmaß zukommen.

Epilepsie und Lernvermögen

Je nach Epilepsieform kann es zu

  • Aufmerksamkeitsstörungen (Absencen)
  • Verlangsamung (u.a. durch die Medikation)
  • Verminderter Spannkraft, leichterer Ermüdbarkeit
  • kommen.

Diese Einschränkungen des Kindes sollten bei der Notengebung berücksichtigt werden.

Epilepsie und Sportunterricht

Kinder mit Epilepsie können und sollen Sport treiben! Körperliche Aktivität führt nicht zu Anfallshäufungen!

Die Integration in den Sportunterricht ist auch aus sozialen Gründen unerlässlich. Eine Sportbefreiung sollte nur im unbedingt erforderlichen Maß erfolgen. Die erforderlichen Einschränkungen hängen von der Anfallsform ab. Der Epileptologe sollte hierzu ein genaues Attest erstellen. Eine generelle Sportbefreiung sollte nicht erfolgen.