Diagnostik vor und während der Therapie

Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt

10% aller Epilepsien bleiben unerkannt, 25% der schwerbehandelbaren Epilepsien sind Fehldiagnosen, d.h. haben eine nicht epileptische Ursache.

Um Fehldiagnosen zu vermeiden und keine unnötige Langzeittherapie einzuleiten, sollte vor der Behandlung von (vermeintlichen) Kranpfanfällen eine genaue Diagnostik erfolgen.

Diagnoseverfahren

Anamnese

Die wichtigste Grundlage der Diagnose ist die Krankengeschichte des Patienten. Hierzu gehören:

  • Die Akutanamnese mit:
    • genauer Beschreibung des Anfalls,
      • möglichem Auslöser des Anfalls
      • Verlauf des Anfalls
      • Dauer des Anfalls
      • Ende des Anfalls
    • akuter Erkrankung
  • Die frühere Anamnese mit:
    • Schwangerschafts-und Geburtsverlauf
    • Frühkindliche Entwicklung (Meilensteine)
    • Vorerkrankungen
    • Unfälle, Schädelverletzungen
  • Die Familienanamnese mit:
    • Familiären Epilepsien
    • Fieberkrämpfen in der Familie
    • Migräne
    • Stoffwechselerkrankungen

Allein durch die sorgfältige Anamnese kann in den meisten Fällen die Art der Anfälle und bei Vorliegen einer Epilepsie die vermutliche Einordnung getroffen werden. Dieser Verdacht wird dann durch weitere Untersuchungen bestätigt oder ausgeräumt: